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News September 2014               Interview mit Dr. Franke

 

Über das Thema „Knochenersatzstoffe“ wird aktuell in Fachkreisen stark diskutiert. Es gibt jedoch eine zahllose Fülle an verschiedenen Versionen am Markt. Doch ist der Einsatz von Knochenersatzstoffen überhaupt sinnvoll und welche Variante ist im Einzelnen die beste?
Herr Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Franke, Klinikdirektor und Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie des Klinikums Dortmund, wurde von André Münch, Vertriebsleiter Deutschland (Nord) bei der HumanTech Germany GmbH, zu diesem Thema befragt.



Frage HumanTech:

„Wo sehen Sie die Anwendung von Knochenersatzmaterial generell?“

Antwort Dr. Franke:

„Bei Wirbelsäuleneingriffen, wo natürlich der bisherige Goldstandard, der Beckenkamm, als zusätzliches Trauma mit den minimalisierten Zugängen als nicht sinnvoll erscheint. Hier ist die Nutzung von Knochenersatzstoffen sicher eine gute Möglichkeit, eine verbesserte Versorgung für die Patienten zu gewährleisten. Außerdem bieten sich durch neue Substanzen zusätzlich Möglichkeiten, durch die verbesserte Knochenbildung eine schnellere Heilung, sprich Fusion, für den Patienten zu ermöglichen.“

Frage HumanTech:

„Würden Sie sagen, dass die Anwendung von Knochenersatzmaterial
mittlerweile State of the Art ist?“

Antwort Dr. Franke:

„Das kann man zum Teil bejahen, da einige Level 2-/ Level 1-Studien zu verschiedenen Produkten inzwischen auch verfügbar sind. Es gibt Studien für verschiedene Anwendungsgebiete - sicherlich noch nicht für alle - aber man kann davon ausgehen, dass es zum Status „State-of-the-Art“ nicht mehr weit entfernt ist. Auch tritt mittlerweile der Beckenkamm-Span zunehmend in den Hintergrund mit all seinen Problemen der Komorbiditäten. Jedoch ist eben auch noch nicht genau definiert, welche Klasse von Knochenersatzstoffen hier zum Einsatz kommt: Osteokonduktion oder Osteoinduktion? Das hat nicht zuletzt auch preisliche Aspekte, zumal die ökonomische Betrachtung solcher Dinge heute eine größere Rolle spielt als je zuvor.“

Frage HumanTech:

„Sie haben sich für das Produkt mit dem Namen "iFactor" der Firma Cerapedics entschieden, welches von der deutschen Firma HumanTech Germany GmbH vertrieben wird. Warum haben Sie sich bei der Fülle von Anbietern für iFactor entschieden?“

Antwort Dr. Franke:

„Es ist ein in gewisser Weise einzigartiges Produkt. Hier muss man sagen, dass es von seinem Risikopotenzial, potenzieller Knochenbildung und auch der preislichen Gestaltung im Konzert der verfügbaren Knochenersatzstoffe für mich eine sehr interessante Variante darstellt. Über die prinzipielle Matrix wird, ich will es mal so formulieren, ein „schönes Wohnzimmer“ geschaffen, wo sich alle Stoffe, die Knochen
bilden, treffen können. Über dieses Bindungsprotein befindet sich quasi eine Attraktion mehr in diesem Wohnzimmer, um alle Stoffe dort zu halten und zusätzlich attraktiv zu wirken. Aus meiner Sicht gibt es ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis in dieser Kombination. Die inzwischen verfügbaren Studien aus den USA zeigen, dass sich iFactor von den reinen osteokonduktiven Möglichkeiten, auch mit Nanostruktur, unterscheidet.“

Frage HumanTech:

„In Ihrer Abteilung werden im Jahr mehrere hundert Patienten mittels Spondylodese therapiert. Sie selbst blicken auf noch mehr Spondylodesen zurück. In wie viel Prozent Ihrer Fälle nutzen Sie Knochenersatzmaterial?“

Antwort Dr. Franke:

„Ich würde zwischen 50 und 70 % sagen.“

Frage HumanTech:

„Sehen Sie Unterschiede im Fusionsverhalten im Vergleich mit iFactor zu Knochen oder anderen Bonegrafts?“

Antwort Dr. Franke:

„Ich kann es jetzt noch nicht wirklich belegen, dass muss man sagen, da natürlich im Moment die Studien, gerade für die lumbale Fusion, noch nicht durch sind. Ich habe den Eindruck, dass iFactor funktioniert, da wir eine geringere Rate von klinisch relevanten Pseudarthrosen haben, seit wir iFactor nutzen. Ich muss ehrlicherweise gestehen, ich habe jetzt kein Gefühl, ob das wesentlich weniger ist als früher, aber zumindest ist es in einem Maß, wo ich mit der Wirkungsweise sehr zufrieden bin. Wir müssen sicherlich, gerade für die lumbale Anwendung, auch mit der Firma zusammen noch daran arbeiten, gute Studienberichte zu führen, um zu sehen, inwieweit doch tatsächlich Unterschiede vorhanden sind. Jedoch ist dies auch immer ein erheblicher Aufwand, um dort wirklich Unterschiede im mittleren Prozentbereich erkennen zu können. Was man aber sicher sagen kann: Dadurch, dass ich praktisch kein Beckenkamm-Span mehr für eine normale Fusion verwende, hat man eines ganz sicher durch die Verwendung von Knochenersatzstoffen erreicht: die Nebenwirkungen drastisch reduziert! Weil man eben die Nebenwirkungen der Beckenkamm-Span-Entnahme definitiv nicht hat, wenn man keinen Beckenkamm-Span entnimmt.“

Frage HumanTech:

„Wie bewerten Sie als Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie den Kostenaspekt bei der Nutzung von Bonegrafts? Ist ein OPS-Code in Sicht?“

Antwort Dr. Franke:

„Der Kostenfaktor ist für viele Abteilungen natürlich ganz wichtig geworden. Wir haben alle etwas, was es vor zehn Jahren noch gar nicht gab, nämlich Sachkostengespräche mit unseren Verwaltungen. Dies hat den Grund, dass innerhalb der DRGs die entsprechenden Kosten kalkuliert sind und da sind die Knochenersatzstoffe, bis auf die BMPs, noch nicht abgebildet. Ich glaube schon, dass es inzwischen eine differenzierte Codierung für diese Stoffe gibt. Sie sind im Moment noch nicht abgebildet, aber ich glaube schon, dass sie abgebildet werden sollten, damit man diese zum Wohl des Patienten durch die Krankenhäuser ausgegeben Zusatzkosten gut refinanzieren kann. Den Vorteil des primär höheren monetären Einsatzes während er Operation sollte mit einer Studie und entsprechenden Ergebnissen unterlegt werden.“

Frage HumanTech:

„Lieber Herr Dr. Franke, herzlichen Dank für das Interview!“

Hinweis: Zwischen der Firma HumanTech Germany GmbH und Herrn Dr.
Franke bestehen keinerlei Interessenskonflikte.










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